Workshops Ausdruckstanz, Tanztheater und Integrative Tanztherapie

Neben ihren künstlerischen Projekten bietet Erneste Junge freiberuflich und in öffentlichen Institutionen seit ca. 30 Jahren regelmäßig Kurse und Workshops im Bereich Ausdruckstanz, Tanztheater an (u.a. VHS Osnabrück, Kreativhaus Münster, TUT Hannover, Ev. Akademie Loccum ). Seit 94 auch in Integrativer Tanztherapie in Einzel- und Wochenendseminaren (Weiterbildung in Integrativer Tanztherapie am Fritz Perls Institut , Hückeswagen, BRD). Nachfragen unter der Kontaktadresse.

Pädagogische Arbeit mit Ausdruckstanz

Im gestalterischen Prozeß wie im Lernen und Lehren ist Ausdruckstanz die Erfahrung des Zusammenwirkens physischer und psychischer Bewegtheit. Im Tanzen kommt jede Erstarrung zum Fluß, Festhalten wird Loslassen, Anspannung löst sich in Entspannung auf. Der Tanzende wird zum Instrument seiner Bilder und Stimmungen, im Kontakt zu sich selbst - aus seinen physischen und emotionalen Quellen - entsteht der schöpferische Selbstausdruck.
Es gibt eine Menge junger und älterer Menschen, die spüren, daß durch das Medium Tanz zum einen ihr kreatives Potential und Bedürfnis nach körperlichem Ausdruck gesättigt wird, zum anderen aber auch in einer von Streß und Schnelllebigkeit geprägten Gesellschaft eine Vergewisserung des eigenen Körpers mit seinen E-MOTIONEN eine Notwendigkeit für sie bedeutet. Sie spüren, daß der eigene Körper das Fundament der Identität und Selbstbestimmung ist. In der pädagogischen Arbeit mit Ausdruckstanz ist mein Ziel, dieses bewußt werden zu lassen. Während vieler Praxisjahre habe ich die Erfahrung gemacht, daß mit einer feinsinnigen strukturellen, die Achtsamkeit und Bewußtheit fördernden tänzerischen Körperarbeit das Selbstvertrauen und Gespür für den eigenen Körper wächst. Der Körper öffnet dann seine Kanäle und Archive, aus denen Gefühle, Stimmungen, innere Bilder strömen und sich in Bewegung, Ausdruck, Form transformieren, Tanz werden. Mit Tanz als Sprache des Körpers eröffnen sich neue Erfahrens- und Spielräume aus gewohnten, festgefahrenem Bewegungsmustern und Verhaltensmustern heraus, auch im Kontakt zu den Mittanzenden. Mann, Frau nimmt sich lebendiger und präsenter wahr, es entsteht Authentizität und eine große Qualität von innerer Freiheit und Weite. Diese schöpferische Freiheit sowohl im Moment bewußt zu erleben wie auch im Alltag diese Kraft zu nutzen, ist Intention meiner Arbeit. Unterschiedliche Musiken, kurze Texte zur Inspiration, kleine Requisiten u.a. unterstützen den Prozeß im Tanz.

Pädagogische Arbeit mit Tanztheater

Das Tanztheater hat seine Wurzeln im Ausdruckstanz, der am Anfang des 20igsten Jahrhunderts in Deutschland aus dem Geist einer körperbetonten Bewegungskultur und Lebensreformbewegung entstand, basierend auf dem Kunstideal der Verschmelzung von Natur und Kunst, Innen und Außen, Durchdringung von Inhalt und Form. Ausdruckstanz als Genre am Anfang des 20igsten Jahrhunderts läßt sich nur in der Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Strömungen definieren, doch insgesamt als Provokation gegen Traditionen, Regeln, Konventionen, u.a. des romantisierenden Balletts. Das Tanztheater, das in den 70igern in der BRD entstand, beleuchtet und spiegelt in seiner kritischen Beredsamkeit des Körpers den Zeitgeist. Menschliches Verhalten in seiner Komplexität, Emotionen und Illusionen sind u.a. das Material des Tanztheaters, wo Alltägliches unalltäglich sichtbar wird.
Die Intention in meinen Tanztheaterworkshops ist, individuelle Themen, Gefühle und Befindlichkeiten sowie - Körper als Spiegel gesellschaftlicher Wirklichkeit - zu thematisieren und in einen schöpferischen, tänzerischen Prozeß einzubringen. In Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit werden u.a.Themen aus dem persönlichen und alltäglichen Leben mit dem Medium des Modern Dance, des New Dance, der Contactimprovisation collagenhaft entwickelt.

Therapeutische Arbeit mit Integrativer Tanztherapie

Die Integrative Tanztherapie greift auf eines der ältesten therapeutischen und künstlerischen Medien zurück - den Tanz. Tanztherapie hat im Tanz als gestalteter, beseelter Bewegung ein Medium, das Kennzeichen für alles Leben und lebendige Sein überhaupt ist: Nur wo Bewegung, ist Leben. Durch die Geschichte der Menschheit hindurch sind durch die Kraft der expressiven Bewegung Gefühle und Situationen ausgedrückt und mitgeteilt worden, in Heilungsritualen und -tänzen. Wo der Mensch durch sein "Krank-Sein" aus der sozialen Gemeinschaft herauszufallen drohte, war der Tanz Medium, sich auszudrücken, mitzuteilen, miteinander zu teilen und so eine begreifbare und erfahrbare Möglichkeit zur Bewältigung und Heilung von Leiden. Aus Ohnmacht und Passivität des Erleidens heraus einen selbstbestimmten Weg zu gehen, mit seinem Körper als Basis hierfür, hat einen wichtigen Stellenwert in der Integrativen Tanztherapie, hierbei wird der Tanz als Ausdruck des individuellen Menschen, seiner Gefühle, Wünsche, Hoffnungen und Bedürfnisse in den Mittelpunkt der kreativen Vorgehensweise der Tanztherapie gestellt. Sie nimmt den Menschen wahr auf dem Hintergrund seiner Biografie und seinem sozialen und ökologischen Umfeld. Es wird dabei von der Annahme ausgegangen, daß der Mensch seine Potentiale entwickeln möchte, um den eigenen Lebensraum aktiv zu gestalten. Integrative Tanztherapie zielt nicht ausschließlich auf die Behandlung von Krankheiten und Störungen ab, sondern ist auch als präventive Maßnahme ganzheitlicher, differentieller Behandlung und Gesundheitsförderung von Bedeutung.
In unserer zunehmend virtuellen und abstrakten Gesellschaft nimmt die Selbstentfremdung und Suche nach Identität und Selbsbestimmung zu. Die Medien vermitteln Bilder, die den menschlichen Körper instrumentalisieren. Die Prozeßhaftigkeit von Leib und Leben, Jugend und Alter, Stärke und Schwäche werden ausgeblendet. Diesen Ansprüchen gegenüber steht oftmals das Gefühl des Ungenügens und das Bedürfnis aus der Spirale von Selbstentfremdung und Konformität herauszukommen, sich selbst annehmen zu können, auch in seiner in seiner Begrenztheit, Unvollkommenheit.
Das "Gewordensein" eines Menschen (in seinem biografisch, gesellschaftlichen Kontext) ist in seinem Körper, seinen Muskeln, seinem vegetativen Nervensystem, in allen Körperstrukturen, in jeder Zelle gespeichert. Somit nutzt die Integrative Tanztherapie die Erinnerungsfähigkeit des Körpers "eingefleischte" Lebenserfahrungen, Gefühle, Traumata wiederzubeleben, zu bearbeiten und zu integrieren. Sie nutzt die Kraft expressiver Bewegung sowie Bewußtheit und Achtsamkeit für die Botschaften des Körpers. Hieraus entwickelt sich ein Gespür für die körperliche Basis des Lebens, mit einem Sich-Kennen kann ein Sich-Ernst-Nehmen einhergehen. Es können Sinnzusammenhänge im Lebensganzen wiedergefunden und geschaffen werden.
Meine Vorgehensweise in Wochenendseminaren ist erlebnis- und übungszentriert, d. h. durch die ressourcenfördernde, vitalisierende Kraft des Tanzes, auch in Verbindung mit Malen als therapeutischem Quergang entsteht ein leiblicher Zugang zu den persönlichen Themen. In einem geschützten Rahmen entsteht die Möglichkeit, sich selbst mit seinen Bedürfnissen intensiver als im Alltag möglich zu spüren. Ich rege an und unterstütze den Prozeß, Bewegung von innen heraus und nicht willentlich gelenkt entstehen zu lassen. Es entsteht Raum für "Geschehenlassen", was möchte sich bewegen und nicht, wie der Körper sich bewegen soll. Sich selbstbestimmt, authentisch in seinem Körper und in seiner Körpersprache zu erfahren, eröffnet auch im alltäglichen Leben die Balance zu finden zwischen Tun und Lassen, Nähe und Distanz, Wollen und Nichtwollen etc. Durch Interaktion, Spiegelung und Empathie in der Gruppe werden neue Handlungsspielräume anvisiert und ausprobiert. Intention ist, Gefühlen, Bedürfnissen, Widerständen, die körpersprachlich zur Äußerung kommen, Raum zu geben, im individuellen Lebenszusammenhang zu reflektieren und einzuordnen und in einem Prozeß des inneren Wachsens zu bleiben.

Termine Tanztheater


  • "KÖRPER-AUSDRUCK-TANZ" Wochenendworkshop
    Leitung: Erneste Junge
    Anmeldung: VHS Osnabrück unter Kursnummer S 20583
    VHS Osnabrück
    vom 13.-15. November 09

  • "TANZTHEATER" Wochenendworkshop
    Leitung: Erneste Junge
    Anmeldung: E-Mail: info@tut-hannover.de
    TUT Hannover - Schule für Tanz, Clown- und Theater
    12.-14. Februar 2010

    Termine Tanztherapie

  • WE-Workshop "Tanztherapie - Körperausdruck und Integration"
    VHS Osnabrück vom 20. - 22.06.2008
    Anmeldung: VHS Osnabrück tel. 0541 / 323-2243

  • Kursangebot der Osnabrücker Krebsstiftung für Krebskranke und Angehörige
    ab 20.02.08 (15 x)
    Anmeldung: Osnabrücker Krebsstiftung, Heger Str. 7-9, 49074 Osnabrück, tel. 600 44 50

    Termine Ausdruckstanz

  • montags: 20-22h (in Osnabrück)
    dienstagsnachmittags, VHS Osnabrück, 16.30-18.30h (ab Dienstag, 26.2.2008)
    dienstags: Probeabend des Tanztheater STAKKATO 20-22h
    mittwochs (vierzehntägig) in Münster, 20-22h






  • Osnabrück-Net