15 Jahre STAKKATO - eine Retrospektive

Erneste Junge und das Tanztheater Stakkato , Osnabrück

Von 1980 bis zur Gründung des Tanztheater Stakkato

Gründung des Tanztheater Dyna-ma (1980) durch Erneste Junge in Osnabrück.

Von 80- 86 jährliche Produktionen:

- Exuma - Fahrt ins Blaue - Bilder vom Innenraum - u.a. in Zusammenarbeit mit Musikern, u.a. Ursula Schmidt , Thomas Schmeller sowie Performances zu unterschiedlichen kulturellen Anlässen in Osnabrück und anderen Städten der BRD.

In den Jahren von 86-90 hat Erneste Junge den Schwerpunkt auf eigene Soloarbeit gelegt und zugleich entstanden bildnerische Arbeiten. Verbindung von Materialbildern, Environment und Tanz, Ausstellung und Performance in der Galerie an der Bocksmauer:

- Licht Schatten zeigen - (1987) mit Livemusik von Ulla Schmidt

- Kreuzwege - (1986) Ausstellung des Bundes Bildender Künstler Osnabrücks und Baden Württembergs in der Dominikanerkirche, Soloperformance zur Eröffnung.

- Ich, der erhabene Kaiser des Anfangs - (1989) des Komponisten Peter Jan Marthé, Wien, in der Dominikanerkirche, ein multimediales Stück mit Soloperformance.

- Sokrates macht Musik - (1990) von Dieter Pentzek und Roswitha Pentzek., eine multimediale Installation für die Dominikanerkirche , Performance mit Willem Schulz, Erneste Junge und Dieter Pentzek .

Gründung des Tanztheater Llinaris ( 88 bis 91)

- Flugträume - (1989/90 ) Ein Tanztheaterstück mit Livemusik von Franko Frankenberg und Lutz Wernicke. Llinaris hat zu vielen kulturellen Anlässen Performances entwickelt.

Gründung des Tanztheater Stakkato (1990)

Das Tanztheater Stakkato hat sich, überschneidend mit der 1988 von Erneste Junge gegründeten Tanztheatergruppe Llinaris, entwickelt. Aus anfänglich ausschließlich pädagogischer Zusammenarbeit entstand ein Übergang zu Auftrittssituationen, u.a. in Sommerkulturprogrammen der Stadt Osnabrück , u. a. in der Stadthalle, Dominikanerkirche, VHS (Tanz unterm Kreisel) Initiator: Hans Jürgen Meyer, Kulturamt Osnabrück.

Mitwirkung:

- Atem - Eine Stadtmusik - (1988 )des Komponisten und Cellisten Willem Schulz

-Fabrik schwarz - weiss (1990) Performance in der ehemaligen Gießerei Weymann, diese noch unrenoviert. In Zusammenarbeit mit den Bildenden Künstlern Axel Gundrum, Klaus Kijak, Andreas Busdieker, die damit nach Schließung der Fabrik die Stadt Osnabrück auf diesen spektakulären Ort für kulturelle Veranstaltungen aufmerksam machen wollten. Die Tanztheateergruppen Llinaris, Stakkato mit Livemusik von Franko Frankenberg, Lutz Wernicke, Fredi Alberti und Markus Dreyer sowie Installationen der Bildenden Künstler: Lichtgrotten, Wasserbecken, Schwarzlichträume. Die TänzerInnen bewegten sich in den vorhandenen Maschinen, an den schweren Haken und Ketten, in den Spinden, Umkleideräumen, die gesamte ölige, schmierige, dunkle Fabrik, herausgehoben aus realen Funktionen, wurde zum Raum einer magisch- phantastischen Bildwelt.

- Ver-rücktes Leben - ( 1990) Thematisch angelehnt an den Film Koyaanisquatsi von Francis F. Coppola handelt das Tanzstück vom Leben außer Gleichgewicht, bezogen auf eine Wahrsagung der Hopiindianer, daß schwarzer Schnee vom Himmel fallen wird, wenn die Technisierung der Erde die Natur zerstört.

- Eigentlich ein schöner Tag (1992) mit Texten von Ernst Jandl. Das unentschiedene "eigentlich" ist das thematische Stichwort des Stückes: mit "Eigentlich ein schöner Tag, eigentlich recht entspannt, eigentlich nichts besonderes, eigentlich nichts" werden ambivalente menschliche Befindlichkeiten aufgezeigt.

- Mitten durch meine Zunge - (1994 ) Ein Stück über das Fremdsein und Ausländer in unserer Gesellschaft: "Ich habe meine Füße auf zwei Planeten, wenn sie sich in Bewegung setzen, zerren sie mich mit, ich falle, ich trage zwei Welten in mir, aber keine ist ganz, sie bluten ständig, die Grenze verläuft mitten durch meine Zunge, ich rüttle daran wie ein Häftling, das Spiel an einer Wunde".

( Text: Zafer Senocak).

- Eine dicke Haut - (1996) Der Anfang der NANAS, ein Bühnenstück mit Fülle, Lust und Sinnenfreude, Weiblichkeit, das sich im Laufe der Jahre zu einem Markenzeichen für Osnabrück entwickelt hat.

Mitwirkung:

- Odyssee - (1996) Produktion des Komponisten Willem Schulz und des Musikers Marcello Monaco. Eine Kunst-Irr-fahrt an verschiedene außergewöhnliche Orte im Meller Raum. Die Zuschauer wurden mit Bussen zu diesen Plätzen gefahren und von Kunstaktionen überrascht: Sandgruben, Fabrikhallen, Bahnhöfe, Brücken etc.

- Walking Ge-h-zeiten - (1997) Ein dynamisches Stück mit Betonung auf Raum und Rhythmus, Zeit, minimalistisch sich entwickelnd, gleich gleitenden , graduellen Veränderungen der Natur. "Überzeugende Bilder, Kampfartige Szenen, pulsierende Gruppenbewegungen, kreisförmiges Laufen - und darüber hinaus allerlei menschliche Befindlichkeiten: Zuneigung, Ablehnung, Gewalt, Zweifel, Hoffnung, Euphorie, Isolation...." (Neue Osnabrücker Zeitung)

- Invocation - Anrufungen - (1997 ) Coproduktion mit Brigitta Herrmann, Group Motion, USA und den TänzerInnen Christiane Meyer-Barlag, TUT, Hannover ( ehem. Mitglied desTanztheater Dyna-ma) und Rosario Avanzato, Eisfabrik Hannover (ehem. Mitglied des Tanztheater Stakkato) sowie den Musikern Franko Frankenberg, Willem Schulz und der Sängerin Hila Siebel. Diese Zusammenarbeit zwischen B. Herrmann und E. Junge hatte ihre Anfänge in den 70igern durch Tanzaufenthalte in den USA. In Invocation wird das Thema Kontinente, Inseln, Ferne, Nähe, Vernetzung aufgrund dieser künstlerischen Verbundenheit aufgegriffen.

- Kriegesfreud und Friedensleid - (1998) ein multimediales Stück zur 350 Jahrfeier des Westfälischen Friedens mit Aufführungen zum gleichzeitigen Ökomenischen Kirchentag in Osnabrück an 5 Orten in der Stadt, LKH, 2 Mal Marktplatz, Salzmarkthalle, Städtische Bühnen. Sprecher und Sänger: Manfred Pomorin, Livemusik: Willem Schulz, Franko Frankenberg, Klaus Pottgießer.

- Faszination Boden - (1999) EXPOProjekt des Landkreises Osnabrück, Eröffnungsperformance anläßlich der Vorstellung derProjekte des Landkreises im Schölerbergmuseum, Osnabrück (u.a. das ehemalige Industriegebiet des Piesbergs sowie der Archäologische Park Kalkriese.) Livemusik von Franko Frankenberg und Willem Schulz.

- Muinnellim Saga - Tanztheater Stakkato, Musicians and Friends - (2000) Thematisch auf die Narrenschiffausstellung in der Dominikanerkirche bezogen eine multimediale Produktion für die denkmalgeschützte, außergewöhnliche Salzmarkthalle, Osnabrück. An Deck der Muinnellim (rückwärts gelesen:Millennium) treten die Gegenspieler zweier Lebensprinzipien gegeneinander an, der Homo Faber und der Homo Ludens, der Macher und der Spieler, der Bewahrer und der Erneuerer. Zugleich spiegeln sie die 2 Seiten einer Medaille im Menschen, es entstehen Zerrbilder aus dem Spannungsgefüge von

Realitäts- und Lustprinzip. Sprecher und Sänger: Manfred Pomorin, Livemusik: Willem Schulz, Markus Dreier, Franko Frankenberg.

Mitwirkung:

- BodenSINNphonie - (2000) von Willem Schulz, EXPOProjekt des Landkkreises Osnabrück auf der EXPO Hannover und Marktplatz Osnabrück. Eine faszinierende multimediale Komposition aus den Boden bearbeitenden realen, alltäglichen Situationen: Bagger, Rüttler, Hechsler, Sand schaufeln etc.( unter Beteiligung eines Bauunternehmens) in Verbindung zu Musik und Tanztheater. Mitwirkung des Tanztheater Stakkato.

- Lustveränderungen - (2001/2) Coproduktion mit dem Tanztheater an der Kippe, Osnabrück unter der Leitung von Katrin Orth. Thema des Stückes sind die Sinne als Auslöser z. B. für Erinnerungen und Befindlichkeit. " Nichts bringt die Vergangenheit so vollkommen zurück wie ein Geruch. Es gibt eine Überzeugungskraft des Duftes, die stärker ist als Worte, Augenschein, Gefühl, Wille...( Text: Paul Auster).

- Paradise now? - (1991/9) Walkacts und Performance zum Thema Natur. Der Kreislauf, in dem Mensch und Natur sich befinden, weist hin auf Lebensprozesse, auf Werden und Vergehen. Es entstanden Gegenbilder zu Körperansichten, die von Fitness und Jugendlichkeit geprägt sind und Wandlung ausblenden.

- ZEIT-lebens - (2003/4) Ein multimediales Tanztheaterstück mit Video, Text, Livemusik zum Phänomen der unterschiedlichen Empfindung von Zeit. Mal ist Zeit kurz, mal dauert alles ewig, das ist der Unterschied zwischen subjektiv erlebter Zeit und physikalischer Zeit einer tickenden Uhr. Die Zeit ist unbegreiflich. Nichts und niemand kann sich aus ihr entfernen. Zeitlosigkeit ist eine Illusion. Texte vom Band: Manfred Pomorin, Video: Vera Venjakob und Erneste Junge, Live Musik: Franko Frankenberg und Willem Schulz. Gastspielreihe an den Städtischen Bühnen Osnabrück.

- Jubiläumsveranstaltung- 15 Jahre Tanztheater Stakkato (2005)

in der VHS Osnabrück

- "The inner and the outer cage"- (2005) Tanzperformance mit Livemusik anlässlich der jährlichen "Kulturnacht" Osnabrücks im Außengelände des Nussbaummuseums.






Osnabrück-Net